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Produktvideos: komplexe Angebote verständlich erklären

Wenn der Vertrieb eine Funktion in jedem Gespräch neu erklären muss, kann ein Produktvideo helfen. Entscheidend ist, welche Frage es beantwortet und was der Zuschauer dafür sehen muss.

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knusperdesign
Schnittprogramm mit mehreren Bild- und Tonspuren eines Erklärvideos

Welche Frage soll das Produktvideo beantworten?

Ein Produktvideo zeigt, was ein Produkt macht, wie es eingesetzt wird und welchen Nutzen es dabei hat. Für die Planung braucht es eine konkrete Frage. „Was ist das?“ verlangt einen anderen Film als „Wie richte ich es ein?“ oder „Passt es zu unserem vorhandenen System?“ Wenn diese Aufgaben vermischt werden, wird der Film meist länger, aber nicht verständlicher.

Beginnen Sie mit einer Situation aus dem Vertrieb oder Support. Welche Erklärung wiederholt sich? An welcher Stelle fehlt dem Gegenüber ein Bild? Daraus lässt sich ein Thema abgrenzen. Die vollständige Produktdokumentation muss nicht in ein einziges Video passen.

Die Zielgruppe bestimmt, wie viel Vorwissen nötig ist

Ein Einkaufsteam braucht andere Informationen als die Person, die das Produkt später bedient. Auch ein technischer Entscheider muss nicht jede Funktion im Detail kennen. Für ihn können Einbindung, Voraussetzungen und Grenzen wichtiger sein als der einzelne Bediengriff.

Wir halten deshalb vor dem Schreiben fest, was Zuschauer bereits wissen und was nach dem Film klar sein soll. Fachbegriffe bleiben, wenn sie für die Entscheidung gebraucht werden. Abkürzungen und interne Produktnamen erklären wir dort, wo sie zum ersten Mal vorkommen. So kann jemand dem Film folgen, der nicht seit Monaten im Projekt steckt.

Die Frage nach der Filmlänge kommt danach. Ein kurzer Überblick darf knapp sein. Eine Anleitung braucht die Schritte, die für die sichere und richtige Anwendung nötig sind. Ein Thema lässt sich auch in mehrere Filme aufteilen, etwa Überblick, Einrichtung und einzelne Funktionen.

Realfilm, Animation oder Bildschirmaufnahme?

Das Format folgt dem Inhalt. Einen Handgriff an einem physischen Produkt kann eine reale Aufnahme gut zeigen. Einen inneren Ablauf, der von außen unsichtbar bleibt, kann eine Animation erläutern. Bei Software ist eine gezielte Bildschirmaufnahme häufig näher an der Aufgabe als eine aufwendige Bildwelt.

Mehrere Formen lassen sich kombinieren. Wichtig ist, dass jede Aufnahme etwas erklärt. Eine Kamerafahrt kann ein Produkt räumlich zeigen. Sie ersetzt aber nicht die Ansicht, die einen Anschluss oder ein Bedienelement verständlich macht. Wir prüfen daher bei jeder Szene: Welche Information liefert sie?

Animationen brauchen ebenfalls eine fachliche Grundlage. Maßverhältnisse, Abläufe und Funktionszusammenhänge dürfen nicht allein nach optischer Wirkung entstehen. Die zuständigen Fachleute prüfen, ob das Gezeigte sachlich stimmt und welche Vereinfachungen vertretbar sind.

Das Drehbuch spart Korrekturen am fertigen Film

Vor der Produktion ordnen wir Aussage, Bild und Ton einander zu. Eine einfache Folge kann sein: Ausgangssituation zeigen, Anwendung erklären, Ergebnis sichtbar machen, nächste Information anbieten. Diese Reihenfolge ist ein Vorschlag, kein Schema für jedes Produkt.

Nehmen wir als Planungsbeispiel eine Software, die Bestellungen bündelt. Statt alle Menüpunkte aufzuzählen, könnte der Film einen Vorgang verfolgen: Bestellung anlegen, Angaben prüfen, Freigabe erhalten, Status einsehen. Die einzelnen Bilder beantworten jeweils eine Frage aus diesem Ablauf. Ob genau diese Funktionen vorhanden sind, muss am tatsächlichen Produkt geprüft werden.

Ein gesprochenes Manuskript lesen wir laut. Was sich auf Papier gut liest, kann im Ton zu verschachtelt sein. Gleichzeitig muss das Bild Zeit bekommen. Wenn die Sprecherstimme bereits den nächsten Schritt erklärt, während Zuschauer noch eine Eingabe suchen, gehen beide Informationen verloren.

Was brauchen wir von Ihnen für die Produktion?

Sie müssen kein fertiges Drehbuch mitbringen. Hilfreich sind ein zugängliches Produkt oder eine Demo, vorhandene Unterlagen und eine Person, die die Anwendung erklären und fachlich freigeben kann.

  • Welche Frage soll der Film beantworten?
  • Wer sieht ihn und in welcher Situation?
  • Welche Funktionen dürfen gezeigt werden?
  • Gibt es vertrauliche Daten, die ersetzt werden müssen?
  • Welche Aussagen und Produktstände sind freigegeben?
  • Wo wird der Film eingesetzt und in welchen Sprachen?

Für Bildschirmaufnahmen bereiten wir eine saubere Demo vor. Reale Kundendaten oder interne Nachrichten gehören nicht zufällig ins Bild. Bei Drehs am Produkt prüfen wir vorab, ob es einsatzbereit ist und ob alle benötigten Teile und Personen verfügbar sind.

Der Einsatzort gehört in den Produktionsplan

Ein Film auf einer Produktseite kann direkt neben technischen Angaben und einer Kontaktmöglichkeit stehen. Für einen Messestand können andere Bildausschnitte oder Untertitel nötig sein. Im Vertrieb hilft eine Datei oder ein Link, der sich ohne lange Erklärung weitergeben lässt.

Planen Sie diese Varianten vor dem Dreh. Aus einer Produktion können mehrere Fassungen entstehen, wenn Bildaufbau, Ton und Inhalte darauf vorbereitet sind. Eine ausführliche Version lässt sich allerdings nicht automatisch in einen überzeugenden kurzen Clip verwandeln. Auch die Kurzfassung braucht eine verständliche Aussage.

Nach der Veröffentlichung zählt, ob die Erklärung hilft. Fragen Sie Vertrieb und Support, welche Rückfragen bleiben und ob der Film an der richtigen Stelle eingesetzt wird. Reine Aufrufzahlen beantworten das nicht.

Unseren Ansatz finden Sie unter Produktvideo und Erklärvideo. Schicken Sie uns die Frage, die Sie Ihren Kunden immer wieder erklären. Dann überlegen wir gemeinsam, wie man die Antwort zeigen kann.